Was zeigt eigentlich ein Infrarot-Bild?

Ein Wärmebild zeigt ein Abbild der Oberflächentemperaturen. Dafür wird die Wärmeabstrahlung eines Objektes, die dem menschlichen Auge verborgen bleibt, im Infrarotbereich gemessen und sichtbar gemacht.

Die meisten IR-Kameras arbeiten im Wellenlängenbereich 3 - 5 oder 8 - 14 µm. Sie liefern grundsätzlich eine Zahlenmatrix mit einzelnen Temperaturwerten (z.B. 320 x 240 Pixel) die erst durch eine Software zu einem Wärmebild zusammengesetzt wird. Jedem einzelnen Pixel wird also - der Temperatur entsprechend - eine bestimmte Farbe zugeordnet. Das Vorgeben einer max. und min. Temperatur auf einer Farbskala bewirkt, dass eine grössere oder kleinere Spannweite von Temperaturen aufgezeigt wird, bzw. die Empfindlichkeit reguliert wird. Heutige IR-Kameras können Temperatur-Unterschiede von < 1/10 °C aufzeigen.

Die gleiche IR-Aufnahme lässt sich also mit veränderten Einstellungen optisch völlig unterschiedlich darstellen (vgl. Bilder unten). Normalerweise zeigen die Blau-Töne eher kalte Bereiche, die Rot-gelb-Töne eher warme.

Bei IR-Bildinterpretationen ist in jedem Fall die eingestellte Temperatur-Farbskala zu beachten. Aber auch Strahlungseinflüsse der Umgebung, Spiegelungseffekte auf bestimmten Oberflächen und die Temperaturbedingungen vor der Aufnahme müssen berücksichtigt werden.

Wer IR-Bilder erstellt und kommentiert muss in jedem Fall berücksichtigen, welches Ziel ein Wärmebild hat. Es ist kontraproduktiv, mit übertriebenen Empfindlichkeits-Einstellungen aus Mücken Elefanten zu machen. Eine Deklaration der Geräte-Einstellungen (Farbkeil mit Temperaturzuordnungen und Aufnahmezeit) sowie ein Hinweis auf die klimatischen Randbedingungen sind bei den meisten Zielsetzungen eine unbedingte Notwendigkeit.

Auf dem Markt gibt es viele verschiedene IR-Systeme. Die höchste Stabilität und Genauigkeit erreicht man nach wie vor mit gekühlten Systemen. Diese sind allerdings nicht sehr handlich und werden heute von den ungekühlten Microbolometern abgelöst.

Bei den beiden IR-Bildern dieses Hauses handelt es sich um die gleiche Aufnahme.

Links eine Darstellung im Temperaturbereich -6 bis +17 °C. Hier erkennt man die erhöhten Temperaturen unter den Fensterstürzen sowie an der Untersicht des Eingangs.

Rechts ist die Auflösung mit +3.8 bis +7.0°C sehr fein gewählt. Nun werden kleinste Temperaturunterschiede (Wärmebrücken) ersichtlich werden, welche die Skelettstruktur der Holzbau-Konstruktion erkennen lassen (energetisch unproblematisch).