BlowerDoor
Bisher gab es in der Schweiz keine Organisation für BlowerDoor-Dienstleister und Geräteanbieter, in welcher ein aktiver Erfahrungsaustausch stattfinden-, und Themen wie Ausbildung, Workshops, Richtlinien, etc. besprochen werden konnten.
Da die Thermografie bei BlowerDoor-Prüfungen ein ideales Hilfsmittel sein kann (Nachweis von Leckstellen in der Gebäudehülle), ist der Thermografie Verband die geeignete Institution für diese Gruppierung. Insbesondere auch deshalb, weil diese Messungen – gleich wie die Gebäudethermografie – ein Instrument für die Qualitätskontrolle am Bau oder die Zustandserfassung sind. Für MINERGIE-P Bauten ist ja schon seit langem zur Abnahme eine Luftdurchlässigkeitsprüfung zwingend notwendig.
Mittels Vorstandsbeschluss wurde 2010 der Aufbau einer BlowerDoor-Gruppe gutgeheissen und mit dem Workshop vom 23.09.2010 wurden die Aktivitäten gestartet.
Details dazu finden Sie unter NEWS
Richtlinie für Luftdurchlässigkeitsmessungen
theCH-Information (gemäss Vorstandsbeschluss vom 29.10.2010)
Wir möchten unsere Mitglieder auf folgende Situation hinweisen: Für MINERGIE-P Gebäude ist eine Luftdurchlässigkeitsprüfung notwendig, denn nur wer einen Grenzwert erfüllt/unterschreitet bekommt das definitive Zertifikat. Da die Messmethodik und die Grenzwerte in der bisherigen Norm SIA 180 (1999) nicht „MINERGIE-tauglich“ waren, wurde im Januar 2007 vom Verein MINERGIE die „Richtlinie für Luftdurchlässigkeitsmessungen bei MINERGIE-P und MINERGIE-Bauten„ (RILUMI) veröffentlicht, die detailliert und praxisbezogen beschreibt, wie Abnahmemessungen durchgeführt werden müssen (Basis dazu: EN 13 829, 2000).
Seit 2009 sind nun die beliebten MINERGIE-P Labels auch für und die Gebäudekategorien Gewerbe-, Industrie- und Lagergebäude erhältlich, sowie für Sanierungen (mit erhöhtem Luftdurchlässigkeits-Grenzwert). Damit steigt die Zahl der MINERGIE-P Anträge für grosse Nichtwohn-Gebäude schnell an.Die erwähnte RILUMI, in der bisherigen Form auf Wohnbauten ausgerichtet, kann jedoch bei so grossen und komplizierten Bauten keine Antworten mehr geben, wie die Messungen im Detail durchzuführen sind.
Gibt es zu viel Spielraum, und ist das Vorgehen nicht genau definiert und nachvollziehbar, ist es natürlich gefährlich, mit Grenzwerten zu operieren. Insbesondere dann, wenn ein Prestigebau, bei dem Jahre zum Voraus das MINERGIE-P Label angepriesen wird, die Grenzwerte nicht erreicht. Um den grössten Problemen vorzubeugen, wurde deshalb von der Zertifizierungsstelle angeordnet, dass beim Bau von grossen und komplexen Gebäuden schon mit den MINERGIE-P-Anträgen (möglichst schon im Planungsstadium) ein Luftdurchlässigkeits-Messkonzept abzugeben ist, das genehmigt werden muss. Dies gilt auch für Messungen in grossen MFH und Wohnsiedlungen.
Trotzdem besteht aber dringender Informationsbedarf, wie mess- und verfahrenstechnisch mit komplexen, riesigen Gebäuden umgegangen werden soll. Die Problematik ist seitens MINERGIE, Zertifizierungsstelle, SIA und theCH erkannt, aber es sind noch keine Mittel vorhanden, um hier raschmöglichst praxistaugliche Lösungen zu erarbeiten (z.B. eine neue Messrichtlinie für Nichtwohnbauten).
Immerhin liegt aber mittlerweile der Schlussbericht des BFE-Forschungsprojekts „ Praxistest Luftdichtigkeits-Messungen bei Minergie-P®-Bauten “ vor. Das auch vom theCH unterstützte Forschungsprojekt greift einige der anstehenden Fragen auf und beschreibt die herrschende Problematik bei Messungen in Nicht-Wohnbauten.
Mit der Gründung unserer theCH-BlowerDoor Gruppe hat der Verein MINERGIE die Adressliste der BlowerDoor-Anbieter aufgegeben und verweist auf die Seiten unseres Verbandes. Dies scheint vernünftig und entbindet MINERGIE auch einer gewissen Verantwortung für die Messpersonen und die Qualität der Messungen. Als Verband können wir mit unserer Struktur die Adresslisten-Funktion zu Gunsten der suchenden Kunden problemlos übernehmen. Bezüglich der Qualität der Dienstleistungen, was natürlich primär von der Ausbildung und Erfahrung der Messenden abhängt, sind wir mit dem Verein MINERGIE im Gespräch. Ziel ist es, für korrektere und transparentere Messungen und Berichterstattungen zu sorgen, was mit einer Ausbildung (Kurs) angestrebt wird.
Es ist also einiges in Bewegung und Problemlösungen werden diskutiert. Fakt ist aber, dass jetzt schon (viele) Nichtwohngebäude gemessen werden müssen/sollten, um das definitive Label zu bekommen und dass dafür die notwendigen Grundlagen eigentlich fehlen.
Wir empfehlen deshalb unseren Mitgliedern, sich schon bei der Offertstellung für die Messung von Nichtwohnbauten gut zu überlegen, welche Konsequenzen ein „nicht erfüllt“ haben kann. Gerade bei Prestigebauten ist dann die hartnäckige Hinterfragung der Messung (wer hat was, wie, warum mit welcher Ausbildung und Erfahrung gemessen) vorprogrammiert und schliesslich auch legitim.
Unabdingbare Voraussetzung sollte immer das von der Zertifizierungsstelle bewilligte, schriftliche, Messkonzept sein.
PS: z.Z. läuft die Vernehmlassung der neuen Norm SIA 180. Bezüglich Luftdurchlässigkeitsmessungen wird der (unbeliebte) va,4 -Wert wegfallen. Eine kleine Arbeitsgruppe ist daran, eine Eingabe zu machen, so dass die neue Norm noch besser auf die Bedürfnisse von MINERGIE und theCH abgestimmt wird.
